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Lebensverläufe, Lebenslagen und Lebensbewältigung

Modulbezeichnung:
Bezeichnung des Moduls innerhalb des Studiengangs. Sie soll eine präzise und verständliche Überschrift des Modulinhalts darstellen.
Lebensverläufe, Lebenslagen und Lebensbewältigung
Modulbezeichnung (engl.): Life Courses, Life Situations and Coping Mechanisms
Studiengang:
Studiengang mit Beginn der Gültigkeit der betreffenden ASPO-Anlage/Studienordnung des Studiengangs, in dem dieses Modul zum Studienprogramm gehört (=Start der ersten Erstsemester-Kohorte, die nach dieser Ordnung studiert).
Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, Bachelor, Ordnung 01.10.2019
Code: BSP-11
SAP-Submodul-Nr.:
Die Prüfungsverwaltung mittels SAP-SLCM vergibt für jede Prüfungsart in einem Modul eine SAP-Submodul-Nr (= P-Nummer). Gleiche Module in unterschiedlichen Studiengängen haben bei gleicher Prüfungsart die gleiche SAP-Submodul-Nr..
P322-0058, P322-0059, P322-0060
SWS/Lehrform:
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) wird als Zusammensetzung von Vorlesungsstunden (V), Übungsstunden (U), Praktikumsstunden (P) oder Projektarbeitsstunden (PA) angegeben. Beispielsweise besteht eine Veranstaltung der Form 2V+2U aus 2 Vorlesungsstunden und 2 Übungsstunden pro Woche.
4V+2S (6 Semesterwochenstunden)
ECTS-Punkte:
Die Anzahl der Punkte nach ECTS (Leistungspunkte, Kreditpunkte), die dem Studierenden bei erfolgreicher Ableistung des Moduls gutgeschrieben werden. Die ECTS-Punkte entscheiden über die Gewichtung des Fachs bei der Berechnung der Durchschnittsnote im Abschlusszeugnis. Jedem ECTS-Punkt entsprechen 30 studentische Arbeitsstunden (Anwesenheit, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung, ggfs. Zeit zur Bearbeitung eines Projekts), verteilt über die gesamte Zeit des Semesters (26 Wochen).
10
Studiensemester: 3
Pflichtfach: ja
Arbeitssprache:
Deutsch
Prüfungsart:
BSP-11.1/.2: Klausur (K) (bn) 70%
BSP-11.3: Referat (R) oder Hausarbeit (bn) 30%

[letzte Änderung 26.08.2019]
Verwendbarkeit / Zuordnung zum Curriculum:
Alle Studienprogramme, die das Modul enthalten mit Jahresangabe der entsprechenden Studienordnung / ASPO-Anlage.

BSP-11 (P322-0058, P322-0059, P322-0060) Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, Bachelor, Ordnung 01.10.2017 , 3. Semester, Pflichtfach
BSP-11 (P322-0058, P322-0059, P322-0060) Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, Bachelor, Ordnung 01.10.2019 , 3. Semester, Pflichtfach
BSozP-11 (P322-0632) Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, Bachelor, Ordnung 01.10.2026 , 3. Semester, Pflichtfach
Arbeitsaufwand:
Der Arbeitsaufwand des Studierenden, der für das erfolgreiche Absolvieren eines Moduls notwendig ist, ergibt sich aus den ECTS-Punkten. Jeder ECTS-Punkt steht in der Regel für 30 Arbeitsstunden. Die Arbeitsstunden umfassen Präsenzzeit (in den Vorlesungswochen), Vor- und Nachbereitung der Vorlesung, ggfs. Abfassung einer Projektarbeit und die Vorbereitung auf die Prüfung.

Die ECTS beziehen sich auf die gesamte formale Semesterdauer (01.04.-30.09. im Sommersemester, 01.10.-31.03. im Wintersemester).
Die Präsenzzeit dieses Moduls umfasst bei 15 Semesterwochen 90 Veranstaltungsstunden (= 67.5 Zeitstunden). Der Gesamtumfang des Moduls beträgt bei 10 Creditpoints 300 Stunden (30 Std/ECTS). Daher stehen für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung zusammen mit der Prüfungsvorbereitung 232.5 Stunden zur Verfügung.
Empfohlene Voraussetzungen (Module):
Keine.
Als Vorkenntnis empfohlen für Module:
Modulverantwortung:
Prof. Dr. Mario Schreiner
Dozent/innen: Prof. Dr. Mario Schreiner

[letzte Änderung 26.08.2019]
Lernziele:
Durch die erfolgreiche Beendigung des Moduls können Studierende
- grundlegende Strukturen, Bedingungen und Formen der biografischen Sozialisation im Lichte von Theorie und Empirie aufzeigen.
- Erkenntnisse der Lebensverlaufs- und Biographieforschung darstellen und Einblick in die Bedeutung von Übergängen im Lebensverlauf gewinnen.
- einschlägige theoretische und methodische Konzepte der biographischen Analyse und der Krisenbewältigung (z. B. Verlaufskurven, Krise-Routine-Modell) entfalten.
- ein vertieftes Verständnis für die Vielfältigkeit, Ambivalenz, Widersprüchlichkeit und Kreativität biographischer und lebensverlaufsbezogener Prozesse entwickeln.
- eine Perspektive einnehmen, die auf einen professionellen Habitus verweist, der sich vor allem auszeichnet durch Offenheit, Zuhörenkönnen, Beobachtung, Geduld, Verstehen. Erkenntnis der Notwendigkeit der stetigen Fort- und Weiterbildung


[letzte Änderung 12.09.2017]
Inhalt:
BSP-11.1 Vorlesung: Lebenslagen und Lebensbewältigung        
Zentrale Erkenntnisse zu lebenslaufbezogener Sozialisation
- Konzepte von Generation, Biographie und Identität
- Der Mensch im Spannungsverhältnis zwischen individuellen und institutionellen Erwartungen und Einflüssen
- Die Bedeutung unterschiedlicher Institutionen für biographische Entwicklungen, insbesondere die zentrale Bedeutung von Familien für die Ausbildung von Sozialität
- Biographische Krisen als Risiko und Chance
- Prozessstrukturen des Lebenslaufs, insbesondere Verlaufskurven des Erleidens
- Methodische Herausforderungen der Biographieforschung: Der Mensch im Modus der Narration, des Könnens und des Scheiterns
 
BSP-11.2 Vorlesung: Soziale Ungleichheit, Heterogenität und soziale Probleme
 
BSP-11.3 Seminar übergreifend zu 11.1 und 11.2

[letzte Änderung 12.09.2017]
Weitere Lehrmethoden und Medien:
- Vorlesung
- Selbststudium: Lesen und Bearbeiten von Fachliteratur über den Modulbereich
- Kritische moderierte Diskussion in Kleingruppen und im Plenum
- Mündliche Auseinandersetzung mit Themenbereichen des Moduls (Seminargespräch)
- Schriftliche Auseinandersetzung mit Themenbereichen des Moduls (Verfassen kleinerer Schreibaufträge)


[letzte Änderung 04.11.2017]
Sonstige Informationen:
Seminargruppeninhalte im Wintersemester 2026/2027:
 
BSP-11.3-1 Prof. Dr. Sebastian Rahn
Bilder des Lebenslaufs – Kindheit, Jugend, Familie, Alter
 
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls verfügen die Studierenden über folgende Fähigkeiten und Kompetenzen:
•        Die Studierenden können zentrale Bilder von Kindheit, Jugend, Familie und Alter beschreiben und in ihren gesellschaftlichen, historischen und kulturellen Kontext einordnen.
•        Die Studierenden können nachvollziehen, wie lebenslaufbezogene Bilder entstehen und wie sie Wahrnehmungen, Normalitätsvorstellungen und Erwartungen gegenüber unterschiedlichen Adressat*innengruppen prägen.
•        Die Studierenden können lebenslaufbezogene Bilder literaturbasiert analysieren, vergleichen und hinsichtlich ihrer normierenden oder stereotypisierenden Wirkungen kritisch beurteilen.
•        Die Studierenden können eigene mentale Bilder und biografisch geprägte Vorstellungen reflektieren und deren mögliche Bedeutung für ihr professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit einschätzen.
Inhalte:
Im Seminar „Bilder des Lebenslaufs – Kindheit, Jugend, Familie, Alter“ werden unterschiedliche lebenslaufbezogene Bilder hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Konstruktion, ihrer biografischen Entstehung und ihrer Bedeutung für die Praxis untersucht. Studien zu diesem Themenkomplex zeigen die Wirkmächtigkeit etwa von Vorstellungen über Familie und „gute“ Elternschaft, von Bildern eines gelungenen Aufwachsens sowie von Jugendbildern, die junge Menschen als Gefahr oder als Erziehungsobjekte darstellen (Bauer et al. 2015; Hafeneger 1995; Rahn 2023).
 
Diese und weitere lebensphasenbezogene sowie lebensphasenübergreifende Bilder werden auf unterschiedlichen Analyseebenen (z. B. Gesellschaft, Arbeitsfeld und Individuum) diskutiert. Dabei wird erörtert, wie sich mentale Bilder und gesellschaftliche Leitbilder voneinander unterscheiden und mit welchen methodischen Zugängen die verschiedenen Bildtypen empirisch untersucht werden können. Reflexionsübungen ermöglichen es den Studierenden zudem, eigene Bilder von Adressat*innen und deren Bedeutung für das professionelle Handeln zu reflektieren.
 
Im Rahmen der Prüfungsleistung analysieren die Studierenden lebenslaufbezogene Bilder in einem abgegrenzten Gegenstandsbereich, beispielsweise Bilder früher Kindheit in Kindertageseinrichtungen, Bilder des Alterns in Konzeptionen von Pflegeeinrichtungen oder Jugendbilder in sozialpolitischen Stellungnahmen.
 
Literatur und weiterführende Links:
•        Bauer, Petra; Neumann, Sascha; Sting, Stephan; Ummel, Hannes; Wiezorek, Christine (2015): Familienbilder und Bilder ›guter‹ Elternschaft. Zur Bedeutung eines konstitutiven, aber vernachlässigten Moments pädagogischer Professionalität. Neue Praxis (Sonderheft 12), S. 16–28.
•        Bitzan, Maria; Bolay, Eberhard (2017): Soziale Arbeit – die Adressatinnen und Adressaten. Opladen, Toronto: Barbara Budrich.
•        Hafeneger, Benno (1995): Jugendbilder. Zwischen Hoffnung, Kontrolle, Erziehung und Dialog. Opladen: Leske und Budrich.
•        Kausch, Julia, Sturzenhecker, Benedikt (2014): Adressatenbilder in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Eine exemplarische Erkundung. Deutsche Jugend, 62(2), S. 68–77.
•        Pardo-Puhlmann, Margaret (2017): „In Kita Nischen schaffen, wo sich Kinder wohlfühlen, weil wo sollen se es sonst her kriegen?“. Gesellschaftspolitische und biographische Anteile im Familienbild einer Erzieherin. In: Petra Bauer und Christine Wiezorek (Hg.): Familienbilder zwischen Kontinuität und Wandel. Analysen zur (sozial-)pädagogischen Bezugnahme auf Familie. Weinheim: Beltz Juventa, S. 147–165.
•        Rahn, Sebastian (2023): Adressat*innen-Bilder in der Sozialen Arbeit – das Beispiel der Kindheits- und Jugendbilder in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Kontext. Zeitschrift für systemische Perspektiven.
•        Wurm, Susanne; Berner, Frank: Tesch-Römer, Clemens (2013): Altersbilder im Wandel. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 63(4–5), S. 3–12.
weitere Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben
 
 
 
BSP-11.3-2   Dr. Julia Frisch
Culture Awareness: Grundlagen der interkulturel-len Kommunikation
 
Lernziele:
Durch die erfolgreiche Beendigung des Moduls können Studierende
- grundlegende Strukturen, Bedingungen und Formen der biografischen Sozialisation im Lichte von Theorie und Empirie aufzeigen.
- Erkenntnisse der Lebensverlaufs- und Biographieforschung darstellen und Einblick in die Bedeutung von Übergängen im Lebensverlauf gewinnen.
- einschlägige theoretische und methodische Konzepte der biographischen Analyse und der Krisenbewältigung (z. B. Verlaufskurven, Krise-Routine-Modell) entfalten.
- ein vertieftes Verständnis für die Vielfältigkeit, Ambivalenz, Widersprüchlichkeit und Kreativität biographischer und lebensverlaufsbezogener Prozesse entwickeln.
- eine Perspektive einnehmen, die auf einen professionellen Habitus verweist, der sich vor allem auszeichnet durch Offenheit, Zuhörenkönnen, Beobachtung, Geduld, Verste-hen. Erkenntnis der Notwendigkeit der stetigen Fort- und Weiterbildung
Inhalte:
Dieses Seminar thematisiert die Bedeutung interkulturell kompetenten Denkens und Handelns insbesondere für den professionellen Bereich der Sozialen Arbeit. Wo Men-schen mit Menschen zusammenarbeiten, treffen immer auch divergierende Haltungen, Prägungen, Erwartungen, Kommunikationsformen und Handlungen aufeinander. Diese basieren häufig auf unterschiedlichen kulturellen Zugehörigkeiten und Prägungen, die im Arbeitsalltag schnell zu Missverständnissen, Konflikten, gescheiterter Kooperation und anderen Problemen führen können. Hier setzt das Prinzip der Culture Awareness an: ein Bewusstsein für eigene und fremde kulturelle Prägungen und interkulturelle Dynamiken kann nicht nur bei der (interkulturellen) Konfliktlösung helfen, sondern fördert auch die Auseinandersetzung mit Potenzialen für eine intensivere und synergetische Zusammen-arbeit.
Im Seminar werden die Grundlagen interkultureller Kommunikation und Kompetenz pra-xisorientiert vermittelt. Hierzu wird das Seminar drei Ebenen umfassen: Die erste Ebene stellt eine Einführung in die Thematik und eine Veranschaulichung der „klassischen“ Konzepte interkultureller Kommunikation dar, die zweite Ebene fokussiert auf das Her-ausarbeiten von Anwendungsfeldern in den Sozialwissenschaften und speziell in der Sozi-alen Arbeit und die dritte Ebene integriert eine praxisorientierte Perspektive, die mithil-fe von Fallbeispielen und Trainingselementen anwendungsorientiert arbeitet..
 
Literatur und weiterführende Links:
. •        Auernheimer, Georg (Hg.) (2008): Interkulturelle Kompetenz und pädagogische Professionalität. Wiesbaden: Springer.
•        Barmeyer, Christoph (2018): Konstruktives interkulturelles Management. Göttin-gen: Vandenhoeck & Ruprecht.
•        Erll, Astrid; Gymnich, Marion (2016): Interkulturelle Kompetenzen: erfolgreich kommunizieren zwischen den Kulturen. Stuttgart: Klett.
•        Meyer, Erin (2015): The culture map: decoding how people think, lead, and get things done across cultures. New York: Public Affairs-
•        Thomas, Alexander (Hg.) (2016): Interkulturelle Psychologie: Verstehen und Han-deln in internationalen Kontexten. Göttingen: Hogrefe.
 
weitere Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben
 
 
 
BSP-11.3-3 Lea Alt
Begriffliche Annäherung, gesellschaftliche Wahrnehmung und sozialpolitische Bearbeitung
 
Seminarbeschreibung:
Das Seminar setzt sich mit dem Thema Armut auseinander und beleuchtet kritisch, wie Armut definiert, gemessen, gesellschaftlich wahrgenommen wird und welche Möglichkeiten bestehen, dem Thema Armut sozialpolitisch zu begegnen.
Dazu werden unterschiedliche Perspektiven auf Armut sowie die Zusammenhänge von Armut, sozialer Ausgrenzung und Scham betrachtet. Auch die Frage, wie gesellschaftliche Vorstellungen von Armut und Bedürftigkeit geprägt werden, wird thematisiert.
Der Blick richtet sich dabei auch auf sozialpolitische Strukturen und Ansätze der Armutsbekämpfung. Anhand eines regionalen Beispiels, dem Ansatz der quartiersbezogenen Armutsbekämpfung im Saarland, werden aktuelle Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten sozialräumlicher Ansätze betrachtet. Die Studierenden erhalten somit Einblicke in einen aktuellen Praxis- und Forschungszusammenhang und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen Perspektiven auf Armut und Armutsbekämpfung auseinander.
 
Auswahl an Quellen:
        Fehr, Sonja (2025). Armut. In: Althoff, Martina/ Bereswill, Mechthild/ Neuber, Anke (Hrsg.), Handbuch Soziale Probleme. Wiesbaden: Springer VS, S. 1–16.
        Kessl, Fabian/Schoneville, Holger (2024) (Hrsg.). Mitleidsökonomie. Weinheim und Basel: Beltz Juventa.
        Marquardsen, Kai (2022). Armutsforschung: Nomos.
        Schröder, Christian/Alt, Lea (2025). Qualitative Sozialraumanalyse. Perspektivquartier Völklingen-Nördliche Innenstadt. Online verfügbar unter: https://www.saarland.de/SharedDocs/Downloads/DE/masfg/armut/dld_sozialraumanalyse_voelklingen.pdf?__blob=publicationFile&v=2 [10.09.2026]
 
 
BSP-11.3-4         Mark Unbehend
Soziale Ungleichheit, (Kinder-)Armut und bedin-gungsloses Grundeinkommen
 
Inhalte:
Spätestens seit den Armuts- und Reichtumsberichten der Bundesregierung ist „Armut“ als soziales Problem in der Wohlstandsgesellschaft Bundesrepublik anerkannt. Aber was ist unter „Armut“ im wissenschaftlichen Kontext zu verstehen? In dem Seminar werden die Ansätze, Problematiken sowie die Normativität der Armutsmessung in den Blick ge-nommen. Außerdem wird der Begriff „Armut“ in Beziehung gesetzt zur Begrifflichkeit „soziale Ungleichheit“.
Im weiteren Verlauf des Seminars werden dann einzelne Studien zu Armut und Reichtum sowie speziell zu Kinderarmut (u.a. der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bun-desregierung, die AWO-ISS-Längsschnittstudie zu Kinderarmut) genauer im Hinblick auf das Studiendesign, die Ergebnisse und daraus abgeleitete sozialpolitische Maßnahmen betrachtet.
Das Ende des Seminars ist dann von der kontrovers zu diskutierenden Frage bestimmt, inwiefern das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) zur Armutsbekämpfung beitragen könnte. Die BGE-Idee ist eine aktuell diskutierte sozialpolitische Alternative zu anderen Handlungsansätzen, welche aus den o.g. Studien abgeleitet werden.
 
Literatur und weiterführende Links:
. •        Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2019). Lebenslagen in Deutschland. Der Sechste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Bericht. Berlin: BMAS. Online verfügbar unter: https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/sechster-armuts-reichtumsbericht-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 [26.07.2021].
•        Gerull, Susanne (2011). Armut und Ausgrenzung im Kontext Sozialer Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa.
•        Lessenich, Stephan (2009). Das Grundeinkommen in der gesellschaftspolitischen Debatte. Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung.
•        Mum, David (2006). Sozialsystem armutsfest machen. Zur Notwendigkeit einer Grundsicherung – Überlegungen im Zusammenhang mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. In: Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – Öster-reich/Netzwerk Grundeinkommen – Deutschland (Hg.) (2006). Grundeinkommen – in Freiheit tätig sein. Beiträge des ersten deutschsprachigen Grundeinkommenskongresses. Berlin: Avinus-Verlag, S. 139-152.
•        Opielka, Michael (2019). Das garantierte Einkommen – ein sozialstaatliches Pa-radoxon? In: Kovce, Philip/Priddat, Birger P. (Hg.) (2019). Bedingungsloses Grundein-kommen. Grundlagentexte. Berlin: Suhrkamp Verlag, S. 300-321.
•        Solga, Heike/Berger, Peter A./Powell, Justin (2009). Soziale Ungleichheit - Kein Schnee von gestern! Eine Einführung. In: Solga, Heike/Powell, Justin/Berger, Peter A. (Hg.). Soziale Ungleichheit. Klassische Texte zur Sozialstrukturanalyse. 1. Aufl. Frank-furt/Main, New York: Campus Verlag, S. 11-45.
•        Volf, Irina/Laubstein, Claudia/Sthamer, Evelyn (2019). Wenn Kinderarmut er-wachsen wird… AWO-ISS-Langzeitstudie zu (Langzeit-)Folgen von Armut im Lebensver-lauf. Frankfurt a.M.: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik.
•        Winker, Gabriele (2006). Leben ohne existentielle Not. Mit einer feministischen Care-Perspektive für das bedingungslose Grundeinkommen. In: Blaschke, Ronald/Praetorius, Ina/Schrupp, Antje (Hg.) (2016). Das Bedingungslose Grundeinkom-men. Feministische und postpatriarchale Perspektiven. Sulzbach/Taunus: Ulrike Helmer Verlag., S. 12-30.
weitere Literaturangaben erfolgen im Seminar
 
weitere Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben
 
 
 
 
BSP-11.3-5 Ralf Steinkamp
Prekäre Lebenslagen als Folge sozialer Ungleichheiten und die Rolle der Sozialen
Arbeit im Prozess ihrer Reproduktion
 
In dem Seminar wollen wir uns zunächst mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen zur Analyse und Diskussion sozialer Ungleichheiten beschäftigen. Woraus entstehen, was bewirken Ungleichheiten? Wir werden feststellen, dass im Verlauf der Entwicklung des Diskurses das Augenmerk auf jeweils unterschiedliche Aspekte gelegt ist, und dass Ungleichheiten jeweils unterschiedliche Funktionen wahrnehmen, aber auch gesellschaftliche Herausforderungen formulieren. In diesem Zusammenhang wird es interessant, nachzuverfolgen, ob, und ggf. wie die Soziale Arbeit – vergleichbar zu der von Axel Groenemeyer diskutierten Thematik des „Doing Social Problems“ – in einen Prozess des „Doing (prekäre) Lebenslagen“ einbezogen bzw. eingebunden ist. Diese mutmaßliche Verflechtung wollen wir abschließend anhand verschiedener Beispiele – z.B. der Altersdifferenzierung, der Arbeitslosigkeit, der familiären Situation, der Migration etc. – erörtern, um ein reflektiertes Bewusstsein zur Praxis unserer Profession zu entwickeln.
Teil 1: Einführung
Teil 2: Soziologie der sozialen Ungleichheit
Teil 3: Lebenslage als soziale Konstruktion
Literatur:
Burzan, Nicole (2007). Soziale Ungleichheit. Eine Einführung in die zentralen Theorien. o.O.:
Springer.
Petersen, Lars-Eric / Six, Bernd (Hrsg.) (2020). Stereotype, Vorurteile, Befunde und
Interventionen. Weinheim / Basel: Beltz.
Weitere Literatur wird bekanntgegeben bzw. im Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt.
Eine regelmäßige Teilnahme notwendig; Prüfungsleistung: v.a. Referat / MP, ggf. Hausarbeit.
Erstes Treffen am 22.10.2026.
 
BSP-11.3-6 Dr. Laura Venitz
Soziale Ungleichheiten in der frühen Kindheit
 
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls verfügen die Studierenden über folgende Fähigkeiten und Kompetenzen:
Die Studiernden..
.. können zentrale theoretische Konzepte und aktuelle empirische Befunde zu sozialer Ungleichheit in der frühen Kindheit wiedergeben und auf den Bereich der Aufwuchs- und Bildungsbedingungen beziehen.
.. können die Bedeutung der sozialen Herkunft für herkunftsbedingte Disparitäten in der kindlichen Entwicklung einordnen.
.. können das Spannungsverhältnis zwischen institutionellen Erwartungen des Bildungssystems und den tatsächlichen Ressourcen unterschiedlicher sozialer Milieus kritisch analysieren.
.. können biografische Risiken sowie Schutz- und Resilienzfaktoren von Kindern im Kontext von sozialer Benachteiligung und Armutslagen erkennen und fachgerecht bewerten.
.. können eine professionelle, reflexiv-kritische Haltung gegenüber eigenen Vorannahmen bezüglich der sozialen Herkunft von Kindern und Familien einnehmen, um Benachteiligungen in der Praxis entgegenzuwirken.
Inhalte:
- Theoretische & empirische Befunde: Aktueller Forschungsstand zu herkunftsbedingten Disparitäten in der frühen Kindheit, Mechanismen der „Vererbung“ von Bildungs- und Entwicklungschancen sowie fallbasierte Analyse von Lebenslagen.
- Übersicht Aufwuchsbedingungen & kriteriengeleitete Analyse: Übersicht über materielle, soziale und kulturelle Ressourcen von Familien, Auswirkungen von Kinderarmut und sozialer Benachteiligung sowie die kritische Beurteilung biografischer Risiken und Resilienzfaktoren.
- Milieusensible Elternarbeit & Institutionen: Professionelle Reflexion des Spannungsverhältnisses zwischen institutionellen Erwartungen und milieuspezifischen Voraussetzungen für die ungleichheitssensible Kommunikation und Zusammenarbeit im Rahmen der Erziehungspartnerschaft.
Literatur:
- Espenhorst, N., Kemper, T., & Colbasevici, L. (2025). Abbau von Benachteiligungen: ein vernachlässigter Auftrag der Kindertagesbetreuung. Bildung und Erziehung 78, 402-417.
- Helbig, M., Karwath, C., & Kleinert, C. (2026). Von der Kita bis zur Uni. Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen. Münster/New York: Waxmann.
- Helbig, M. & Salomon, K. (2021). Eine Stadt – getrennte Welten? Sozialräumliche
Ungleichheiten für Kinder in sieben deutschen Großstädten. Berlin: Heinrich-Böll-
Stifung.
- Maaz, K. & Lörz, M. (2024). 20 Jahre PISA - haben die sozialen Ungleichheiten in den Lese- und Mathematikkompetenzen zwischen 2000 und 2018 zu- oder abgenommen? Expertise im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.
- Wößmann, L., Schoner, F., Freundl. V. & Pfaehler, F. (2023). Der ifo „Ein Herz für Kinder“-Chancenmonitor. Wie (un-)gerecht sind die Bildungschancen von Kindern aus verschiedenen Familien in Deutschland verteilt? Ifo Schnelldienst 76(4), 33-47.
 
Weitere Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
 
BSP-11.3-7 Dieter Filsinger
Soziale Ungleichheit, Teilhabegesellschaft und soziale Zusammenhalt in der Migrationsgesellschaft

[letzte Änderung 16.09.2026]
Literatur:
- Baumgart, Franzjörg (Hrsg.) (2008). Theorien der Sozialisation. Erläuterungen - Texte – Arbeitsaufgaben. 4., durchgesehene Auflage. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
- Garz, Detlef; Zizek, Boris (2014). Wie wir zu dem werden, was wir sind. Sozialisations-, biographie- und bildungstheoretische Aspekte. Wiesbaden: Springer VS.
- Griese, Birgit (Hrsg.) (2010). Subjekt Identität Person. Reflexionen zur Biographieforschung. Wiesbaden: VS Verlag.
- Hurrelmann, Klaus / Bauer, Ullrich / Grundmann, Matthias / Walper, Sabine (Hrsg.) (2015). Handbuch Sozialisationsforschung. 8. vollständig überarbeitete Auflage. Weinheim und Basel: Beltz-Verlag.
- Joas, Hans (Hrsg.) (2007). Lehrbuch der Soziologie. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Frankfurt a. M.: Campus.
- Lamla, Jörn / Laux, Henning / Rosa, Hartmut / Strecker, David (Hrsg.) (2014). Handbuch der Soziologie. Konstanz: UVK.
- Tillmann, Klaus-Jürgen (2010). Sozialisationstheorien. Eine Einführung in den Zusammenhang von Gesellschaft, Institutionen und Subjektwerdung. 16. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Reinbek bei Hamburg: Rowohlts Enzyklopädie.


[letzte Änderung 12.09.2017]
[Sun Sep 20 03:56:37 CEST 2026, CKEY=sllula, BKEY=sp3, CID=BSP-11, LANGUAGE=de, DATE=20.09.2026]